Samstag, 16. April 2022

Reha, zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

Über meine Corona Erkrankung habe ich an dieser Stelle ja bereits geschrieben, auch über die Tatsache, dass die Erkrankung mit Long Covid eine unangenehme Fortsetzung fand aus der ich noch immer nicht herausgefunden habe. Doch nicht nur das, sogar meine längst überstandene rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) meldete sich gegen Ende des Jahres 2021 wieder zurück! Das führte dazu, dass zunehmend Schmerzen auftauchten, die ich seit ca. drei Jahren nicht mehr kannte und wieder Medikamente zuführen musste, die ich nicht mehr benötigte. Ich war stolz darauf, die Krankheit in gewisser Weise besiegt zu haben! Ein Trugschluss!

Die Schübe wurden immer öfter, die Schmerzen immer stärker! Nachdem ich bereits im Vorjahr eine Reha beantragte meinte es das Schicksal gut mit mir, den just zu der Zeit als es mir wirklich schlecht ging Mitte März 2022) begann mein Reha-Aufenthalt im Klinikum Malcherhof. Eine Spezialklinik für rheumatische Erkrankungen in welcher ich in der Akut-Phase (2014 bis 2016) bereits mehrmals untergebracht war! Die Überschrift zu diesem Artikel drückt es wirklich so aus wie es war, denn ich war in der Tat zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

Denn gerade in der ersten Woche waren die Schübe und Schmerzen so heftig, dass ich nahezu jeden Tag ziemlich verzweifelt und sehr oft den Tränen nahe war! Der Malcherhof hat nun den Vorteil mit Ärzten und sonstigen Spezialisten dauerhaft besetzt zu sein. Zu meinem Leidwesen erhielt ich hohe Dosen an Medikamenten. Das ist nicht ganz mein Ding, war aber notwendig um die im Blutbild deutlich sichtbaren Entzündungswerte, wie auch die Schmerzen, zu senken. Nach knapp einer Woche war ich wieder in der Spur, es ging mir zunehmend besser! Bedingt dadurch war es endlich möglich mich auf die Reha und die tollen Behandlungen zu konzentrieren! Als "braver Patient" nahm ich jede Hilfestellung dankend an!

Gerade in Baden
hat man neben der Reha viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. So bummelte ich mehrmals durch die lebhafte Stadt, der man es anmerkt eine Kurstadt, aber auch früher einmal kaiserliche Sommerresidenz gewesen zu sein. Ich besuchte auch den Kurpark wie auch Rosarium im Doblhoff-Park, letzteres übrigens ein absolutes Muss! Immer wieder war ich - als leidenschaftlicher Fotograf - mit meinen Kameras unterwegs um die schönsten Momente einzufangen. Nahezu täglich war ich zu Fuß unterwegs, speziell zum Nordic Walking, aber am letzten Tag auch als Läufer. Endlich!

Zurück kommend auf den eigentlichen Grund meines Aufenthaltes kann ich nun deponieren, es hat sich gelohnt, es geht mir gut! Ich nehme einmal pro Woche ein leichtes Rheuma-Medikament, aber nichts mehr gegen Schmerzen. Meine Blutwerte sind wieder vollkommen in Ordnung, mein Körper beweglicher! Hinzu kommt, dass ich vier Kilo abgenommen habe und mich sehr gut fühle. Natürlich ist mir bewusst, dass sich das ändern kann, aber ich werde alles daran setzen, um einen gesundheitlichen Rückfall zu vermeiden! Ich kann das!

Im nachfolgenden Album finden sich meine Impressionen. Klick aufs Bild, dann bist du dabei!

Samstag, 5. Februar 2022

Nordic Walking, das neue Laufen?!

Es wurde an dieser Stelle ja schon mehrfach darüber geschrieben, dass mein (nach wie vor) Lieblingshobby Laufen einfach nicht mehr in der Form möglich ist, wie ich es gerne hätte. Obwohl meine Corona-Erkrankung bereits vom November bis Dezember 2020 erfolgte plagt mich das danach folgende Long-Covid noch immer. Heute geht es aber nicht um Wehklagen sondern darum, dass ich verstärkt wieder "mit den Stecken" unterwegs bin. Denn, Nordic-Walking macht mir zunehmend Spaß!

Eine in letzter Zeit sehr beliebte Strecke ist jene um den nahegelegenen Längsee, den ich schon mehrmals umrundete. Schon einmal der See selbst ist ein Juwel und gleichzeitig der beliebteste Badesee im Bezirk, seit Generationen! Der familienfreundliche Badesee bietet alles was das Herz begehrt. Sei es
- das Badevergnügen im Sommer oder das Eislaufen im Winter
- die unzähligen Lauf-, Wander- und Radfahr-Möglichkeiten
- der wunderschön gelegene Jaques-Lemans-Golfplatz
- die Kulinarik mit hervorragender Gastronomie aber auch dem Backhendlfest im Herbst
- Besinnliches, aber auch Seminare und Sommertheater im Stift St. Georgen
- die atemberaubende Burg Hochosterwitz in Sichtnähe, uvm..

Kein Wunder also, dass es mich immer wieder in diese "Perle der Natur" zieht. Früher oft als Läufer, wenn ich von meiner Heimatstadt St. Veit aus den See umrundete und so auf mehr als 20 Kilometer kam, oder eben jetzt immer öfter Nordic Walkend in kleineren Distanzen. Der Start erfolgt bei mir stets vom Parkplatz des Stiftes St. Georgen, den Hemmaweg entlang weiter nach Rottenstein bis nach Drasendorf. Dann geht es in die Senke und wieder hinauf nach Töplitsch und weiter zum Golfplatz. Von da weiter zum Strandbad und - das Stift bereits vor Augen - zum Ausgangspunkt. Am Ziel angelangt hat man dann knappe sieben Kilometer geschafft die sich lohnen, zumal man in einer wunderschönen Umgebung unterwegs war in der man die meiste Zeit den See im Blickfeld hat (Streckenführung, siehe unten).

Da ich immer wieder Menschen treffe, die sich beim Gehen mit den Stöcken schwer tun folgendes:
Nordic Walking sieht so einfach aus – und doch machen’s viele falsch. Mit hängenden Schultern und müden Schrittes schlendern sie die Straßen entlang, die Stöcke hinter sich herziehend. Andere verfallen in den so genannten Kamelschritt, schwingen also mit dem rechten Arm das rechte Bein, dem linken Arm das linke Bein nach vorne, anstatt sich völlig natürlich im Diagonalschritt (rechter Arm – linkes Bein, linker Arm – rechtes Bein) zu bewegen. Wieder andere beugen den Oberkörper zu weit nach vorne – um nur die augenscheinlichsten Fehler zu erwähnen. Das muss nicht sein!

Eben weil es so leicht aussieht ist es umso wichtiger einen der Kurse zu besuchen um in der Folge diesen schönen und gesunden Ausdauersport mit noch mehr Freude und Genuss betreiben zu können!

Streckenführung

Dienstag, 25. Januar 2022

Mehr als eine Therme - Rogner Bad Blumau

Nach einigen Verschiebungen konnten meine Frau und ich nun doch ein paar Wellness-Tage in der Rogner Therme Bad Blumau verbringen, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit schon länger auf unserer Wunschliste stand. Da wir beide seit unser Corona-Erkrankung unter Long-Covid und somit unter einer permanenten Niedergeschlagenheit, Leistungsverlust und diversen Schmerzen leiden, war eine Erholung mehr als angebracht!

Die Therme, die sich im Besitz des Baumeisters Robert Rogner befindet, von diesem auch erbaut und vom Künstler Friedensreich Hundertwasser einzigartig gestaltet wurde, zählt seit vielen Jahren zu den besten Thermen des Lande. Sie ist anders, als alles andere das ich bisher erlebt habe. Das hat schon einmal damit zu tun, dass die Besucher in einem Kunstwerk wohnen welches keine geraden Linien kennt. So finden sich auch höchst selten ebene Böden und von den mehr als 2.000 Fenstern gleicht keines dem anderen. Man wird auch selten Hoteltrakte finden über die man überschreiten kann oder gar solche, die man unterirdisch bewohnt.

Auch die Entwicklung liest sich äußerst spannend, hat man einst gehofft hier Öl zu finden! Enttäuscht, dass nur Thermalwasser aus der Tiefe sprudelte, wurde die Quelle wieder zugeschüttet und später von Rogner zum Leben erweckt. Gerade diese Quelle (Vulkania), die man erst später wieder aktiviert hat, bringt reines Thermalwasser und speist auch die gesamte Energie der Therme. Konkret bedeutet das, das Rogner Bad Blumau über drei Quellen verfügt: Melchior, Balthasar und Vulkania. Melchior und Vulkania sind in den Innen- bzw. Außenthermalpools als Badewasser zu genießen, die Balthasar Quelle wird seit dem Jahr 2000 zusammen mit Vulkania für die Beheizung des gesamten Wellnessareals verwendet.

Mehr will ich über die Geschichte nicht erzählen. Es empfiehlt sich daher an einer der Führungen teilzunehmen, die dreimal pro Woche angeboten werden. Auch schon einmal deshalb, da man neben der imposanten Geschichte auch einen Überblick über das weitläufige Gelände und die vielen Möglichkeiten und Angebote erhält. Man sollte sich auf alle Fälle ein paar Tage und Nächte Zeit nehmen!

Wir genossen jedenfalls unseren Aufenthalt, verbracht dabei die meiste Zeit im hinteren Teil der Anlage, der Vulkania Badewelt, die auch sehr viele Ruheräume anbietet- Die naheliegende Salzgrotte genossen wir genauso wie den täglichen Kaffee in der Speis. Die Gegend erkundeten wir bei gemeinsamen Spaziergängen und besuchten dabei auch Andre Hellers Wassergöttin. Es gibt viele gut markierte Wanderwege und Laufstrecken, wobei ich letzteres alleine in Anspruch nahm!

Was gibt es noch zu sagen?
Die Zimmer waren sehr angenehm ruhig und wohnlich, das Badezimmer sehr speziell Das Personal war durchgehend bemüht und freundlich und das Essen sehr gut. Sowohl beim Frühstück als auch beim Abendessen war das Angebot nicht überladen aber mehr als ausreichend Wir fühlten uns jedenfalls sehr wohl rundherum gut betreut!

Da wir vieles nicht gesehen bzw. erlebt haben gibt es nachfolgend noch ein paar Links mit zusätzlichen Informationen und am Ende des Beitrages ein Kurzvideo der Therme Bad Blumau!
- Blogbeitrag "Auszeit in der Therme – Kurzurlaub im Rogner Bad Blumau"

Freitag, 31. Dezember 2021

Jahresende, was soll ich sagen?

Dass mich Long-Covid komplett aus der Spur warf und mein Leistungsniveau drastisch reduzierte?
Dass mein sportlicher Aktionsradius unter der Wahrnehmungsgrenze verlief?
Dass mich Corona generell schon ziemlich anzipft?
Dass mich die Spaltung der Gesellschaft und das Tun einzelner nachdenklich macht?
Dass das Jahr in Summe mehr als besch... war?

Bringt's was? Nein!
Rückblickend war es natürlich auch für meine Familie und mich zuweilen ein recht schwieriges Jahr, ich denke aber es geht uns - mit etlichen Abstrichen - sehr gut! 
Natürlich hat Long-Covid meine sportlichen, wie auch alle anderen, massiv beeinflusst. Dass dieser Zustand so brutal wird hätte ich nicht vermutet, zumal die Erkrankung selbst zwar unangenehm, aber erträglich war. Sportlich bedeutet das jedenfalls, dass ich mit heutigem Tag schlappe 100 Laufkilometer im Jahr 2021 geschafft habe. Das ist nichts!

Positiv dazu wirkt sich aber aus, dass ich nach Alternativen gesucht und diese auch gefunden habe, beim Radfahren! So kaufte ich mir recht bald ein E-Bike, welches ich im vergangenen Jahr sehr aktiv nutzte. So lernte ich längst fällige Möglichkeiten kennen, andere Bewegungsabläufe und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Ein weiteres Highlight war, dass ich mich immer öfter dem Nordic-Walking widmete. Sehr zur Freude meiner Frau, die mich dabei oft begleitete. Wir fanden damit endlich auch eine Sportart, die wir gemeinsam.

Familiär bin ich mehr als zufrieden
, weil ich in eine gute und harmonische Familie eingebettet bin, die mir die nötige Kraft und Erdung bietet. Beide Töchter haben in den letzten Jahren Familien gegründet und uns auch entzückende Enkeln beschert. Beide wohnen in einem Eigenheim, sind im Arbeitsprozess und weitestgehend gesund. Glücklich bin ich auch darüber, dass kein Corona-Riss durch unsere Familie geht, alle (bis auf die Kleinkinder natürlich) mit vernünftiger Weltanschauung gesegnet und daher auch mehrmals geimpft sind!

Dass mir die Spaltung der Gesellschaft und der zunehmende Hass Sorgen macht will ich nicht verhehlen. Verschiedene Standpunkte in Gesprächen und mit Diplomatie zu lösen scheint bei so manchen Querdenkern keine Option zu sein. Bei den Argumenten, die hier und dort auftauchen, kommt mir das Grausen. Dass vielfach Fehler gemacht wurden ist unbestritten, sei es von der Politik oder einzelnen Menschen. Dass eine Pandemie in dieser Form noch nie gab sollte klar sein und dass es keine fertigen Lösungskataloge gibt auch! Entscheidungen müssen dennoch getroffen werden. Und wenn viele Verweigerer sich nur an sich denken und bei der Virus-Bekämpfung nicht mitziehen, dann darf man sich nicht wundern wenn's länger und härter wird.

Ich will das Thema hier aber nicht allzu sehr breit treten, hoffe aber, dass die Vernunft über das Böse siegt. Ich hoffe auch, dass viele Mitbürger sich zurücknehmen, nachdenken und aus den Geschehnissen der zwei Jahre lernen. Lernen sich auch bewusst zu werden, wie zerbrechlich das ganze Weltengefüge ist und dass wir die aktuellen Probleme (und die wahrscheinlich noch größeren, die auf uns zukommen) nur gemeinsam schultern können. Höchst an der Zeit wäre auch jene zur Vernunft zu bringen, die nur die Gewinnmaximierung vor Augen haben. Zerstörerische Menschen sollen ein Auslaufmodell werden!

In diesem Sinne wünsche ich 
ein gutes, zufriedenes und gesundes neues Jahr 2022!

Dienstag, 21. September 2021

Familydays am Meer

Unabhängig davon, dass Kroatien mein bevorzugtes Urlaubsland ist, besuche ich die Adria immer wieder gerne auch an italienischen Stränden. Vorzugsweise in Lignano, diesmal führte uns der Weg allerdings ins benachbarte Bibione! Und so wie es früher unsere Kinder waren, für die die unendlichen Sandstrände und das weite Meer ein unverzichtbarer Teil des Urlaubs waren, so sind es nun deren Kinder, die das "must have" eines Kindes erleben sollten!

Wie so oft in unserer Familie hatten unsere beiden Töchter eine gute Idee, als sie uns an Weihnachten 2020 mit einem gemeinsamen Urlaub beschenkten. Dieser war ursprünglich für Juni geplant, wurde aber - Corona bedingt - auf den September versschoben, was sich nachträglich als gut heraus stellte. Das Wetter war nämlich traumhaft schön und viele Urlauber schon wieder zu Hause und Eltern mit Kleinkindern in der Überzahl! Speziell im "Lino delle Fate Eco Village Resort", am östlichen Stadtrand von Bibione!

Die Anlage wurde im Jahr 2019 eröffnet und "spielt alle Stücke"!
Neben dem Haupthaus, in dem auch das Hotel untergebracht ist, gibt es eine Vielzahl an Bungalows, welches speziell der Hauptzielgruppe (Familie mit Kindern) zu Gute kommt. Die Poolanlage, mit unterschiedlichen Becken, ist riesig, der Weg zum Meer  - mit eigenem Strand - nicht weit (ca. 500 Meter). Hier, wie am Pool gibt es genügend Sonnenschirme, wie auch Baldachins für mehrere Personen. Das Essen ist sehr gut und reichlich, das Personal freundlich und zuvorkommend

Die wenigen Urlaubstage verbrachten wir natürlich im und am Wasser. Den ersten und letzten in der Pool-Landschaft und die beiden anderen am Meer. In beiden Fällen war es ein absoluter Genuss! Bedingt durch die vielen Freizeit- und Bademöglichkeiten im Ressort, den schön angelegten Strandplatz inklusive angenehm temperierten Wasser waren wir kaum außerhalb des Ressort-Bereiches. Schon auch deshalb, da wir mit Halbpension gebucht hatten und uns zumeist auch abends hier vergnügten.

Natürlich hatte ich als Läufer meine Laufschuhe dabei, die ich eines morgens schnürte und so den Tag begann. Meine Route führte mich den Strand entlang bis zum Leuchtturm. Ich wunderte mich über die vielen Fahrräder, die hier standen - bis ich zum Meer hin blickte und den unglaublich imposanten Sonnenaufgang sah. Insider wussten also bereits, welches Schauspiel sie hier erwartet.
Von nun an voll im Flow lief ich noch den Tagliamento und einigen Feldern entlang bis in die Stadt um dann wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren. So kann der Tag beginnen!

Erwähnenswert ist noch, dass ich Bibione sehr nett und reizvoll fand! Mir gefiel es auch dass, wenn man z.B. am Strand ganz hinten liegt, trotzdem doch sehr nahe am Meer ist. Mir gefiel auch wieder einmal das italienische Flair zu erleben. Und mir gefiel es ganz besonders, ein paar unbeschwerte Tage mit meiner Familie zu genießen. Es hat - glauben ich - allen sehr gut getan!

Mittwoch, 1. September 2021

Verdiente Auszeit - Naturpark Grebenzen

In den letzten beiden Jahren ist so viel passiert, dass meine Frau und ich kaum die Zeit und die Möglichkeit für einen Urlaub hatten. Höchste Zeit also um eine Auszeit zu nehmen.
Spontan und auf Anraten eines Freundes buchten wir Mitte August im Gesundheitshotel Auszeit ein paar Tage zur Entschleunigung. Rückblickend gesehen war es eine gute Entscheidung! Das Hotel lief bis vor einem Jahr unter dem Namen "St. Lambrechter Hof". Neue Besitzer erneuerten den ganzen Komplex adaptierten es nun als Gesundheitshotel in dem es auch normalen Hotelbetrieb gibt. Trotz "Refreshing" fühlt man sich hier von Beginn an sehr wohl. Oder gerade deshalb?

Das Ziel war die Marktgemeinde St. Lambrecht. Diese liegt auf knapp über 1.000 Meter Seehöhe im Bezirk Murau in der Steiermark im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen. Mittendrin also in einem Eldorado für Wanderer und Schifahrer. Der kleine Ort (ca. 1800 Einwohner) beherbergt außerdem seit ca. 900 Jahren das mächtige Benediktinerstift St. Lamprecht, dem wir gleich am ersten Tag einen Besuch abstatteten. Eine sehenswerte Anlage, die uns stark beeindruckte.

Der erste Wandertag sollte uns auf die Grebenzen führen. Da wir ortsunkundig waren waren wir uns ob des Weges dahin unschlüssig und studierten einige Varianten. Als Kärntner kam uns der Hinweis zur "Kärntner-Riegel-Runde" gerade recht, die als mittelschwer ausgewiesen wurde. Na ja, das sehe ich heute anders!

Ausgangspunkt war der Parkplatz nach dem Auerlingsee
. Von dort war der Weg für 2-3 Kilometer recht angenehm. Dann ging es aber recht ordentlich und über Stock und Stein nach oben. Der steile Pfad führte durch dichten Wald, verlangte uns sehr viel an Kraft und Motivation ab und schien nie mehr enden zu wollen. Endlich oberhalb der Waldgrenze angekommen können wir am "Scharfen Eck" das Panorama genießen.

Von hier aus gehen wir im offenen Gelände über das Hochplateau zur Gunzenberger Alm und weiter zum "Wilden Loch", bevor wir zur Dreiwiesenhütte kommen. Eine idyllische Berghütte, bei der wir uns endlich stärken können - dachten wir. "Montag und Dienstag Ruhetag" stand auf der Tafel. Der letzte Teil der Runde führt uns schließlich immer entlang des Kärntnerriegels zurück zum Auerlingsee, Ein schöner Abschluss einer Kraft raubenden Tour!

Noch ein wenig gezeichnet vom Vortag haben wir uns für den zweiten Tag für eine bequemere Route ausgesucht, den "4-Seen-Rundwanderweg" der konditionell eher als Wohlfühl-Wanderung einzustufen ist. Einstiegsmöglichkeiten gibt es mehrere, wir entschieden uns für jene beim Hasloberteich. Vorwiegend im Wald und im leichten Up & Down ging es dahin bis zum Muhrenteich. Eingebettet in eine wunderbare Landschaft scheint er ein Eldorado für Fischer zu sein.

Nach einer Genussrast spazierten wir eine Weile durch den Wald um plötzlich und unerwartet vor dem Podolerteich zu stehen. Idyllisch und traumhaft! Der Weg führte uns zu einem weiteren Highlight, dem Dürnberger Moor. Ein einzigartiges Naturjuwel mit einer Geschichte bis hin in die Eiszeit! Der Ausgangspunkt Hasloberteich war dann auch wieder der Schlusspunkt einer wunderbaren Wanderung.

Da wir keine Lust hatten die wohltuenden Tage schnell zu beenden wählten wir den Heimweg über ein beliebtes Ausflugsziel, die Turrach! Im Gegensatz zu den angenehm ruhigen Wanderwegen des Naturparks Grebenzen war hier "die Hölle los"! Das meine ich eher im negativen Sinn, da der Bauwahn seltsame Blüten treibt! Eine Erholung wird hier zunehmend schwieriger. Schade, da wir hier regelmäßige Ausflüge unternahmen. Eines ließ ich mir aber nicht nehmen, ein Bad im Turrachsee, dessen Temperatur zu dieser Zeit so an die 17°C hatte. Sehr erfrischend, aber ein schöner Abschluss eines wunderbaren Kurzurlaubes!

Sonntag, 11. April 2021

Laufen - und wie alles begann!

Foto 1: Erster Halbmarathon
Im Jahr 1999, im doch schon fortgeschrittenem Alter von 50 Jahren (!) habe ich ernsthaft mit dem Laufen begonnen, wobei, etliche fehlgeschlagene Versuche gab es ja schon vorher. Natürlich war es auch bei mir so, dass es anfangs eine einzige Qual war mich über ein paar Kilometer zu schleppen. Noch dazu weil ich damals mehr als 85kg auf die Waage brachte. Ungeduldig wie ich bin nahm bereits im Herbst des Jahres 2000 erstmals an einem Halbmarathon teil. Es hätte schlimmer kommen können, zeigten mir Ablauf und Zeit gleich meine Grenzen auf. Aber ich bin ja Hobbyläufer und darf somit andere Ansätze haben als Profis.

Foto 1: Das erste Foto zeigt mich nicht etwa in Führung liegend, sondern bei dem oben erwähnten ersten Halbmarathon, den ich mit 2:04:05 finishte. Da man immer an der 2-Stunden-Marke gemessen wird gab ich meine Zeit oft mit 1h64 bekannt. Das brachte mir wohlwollenden Respekt ein und zeigt auch, dass die Menschen oft nicht richtig zuhören ;-)

Foto 2: Erster Marathon
Im Jahr 2002 der erste Marathon in Wien, den ich glücklich mit mit einer Zeit von 4h36 und Tränen in den Augen beendete. Dass ich schon zwei Jahre später - mit 3h46 - um eine dreiviertel Stunde schneller sein werde ahnte ich damals noch nicht! Auch nicht, wieviele Erfahrungen hinzukommen werden. Also Verletzungen, Schmerzen, Freud und Leid.

Wenn man aber den "kritischen Punkt" überwunden hat macht das Laufen süchtig, wie eben in meinem Fall. So stieg der Jahresumfang kontinuierlich sogar bis auf ca. 2.200 KM an. Weiters nahm ich regelmäßig an Wettbewerben teil, die das Salz in der Suppe darstellen und zum Läuferleben dazugehören. Bei den Männern sowieso! Der Bogen spannte sich von 5KM-Läufen, über Crosswettbewerbe zum Viertel-, Halb- und dem ganzen Marathon. Bis zum letzten und schönsten sind es neun geworden.

Foto 22002 bei meinem ersten Marathon in Wien. Übergewichtig, "modernes Outfit" und es hat den Anschein, als ob ich mühevoll aufwärts laufe. Nein, es war "brettleben"!

Foto 3: Sonnenlauf
Ich war so fasziniert von dem was sich in Körper und Geist tat, dass ich bald einen Laufverein in meiner Heimatstadt gründete (2003), den LC Vitus, der viele Menschen zu Laufen brachte. Dem nicht genug erfand ich im Jahr 2004 den Sonnenlauf-Halbmarathon, den ich dann mit meinen Lauffreunden aus dem Verein gut organisierte. Von Beginn an mit im Programm Kinderläufe um die Jugend zu fördern. Bald darauf kam auch ein Viertelmarathon dazu!
Wie so oft gibt es in einem Verein unterschiedliche Meinungen und Strömungen. In meinem Fall führte es dazu, dass ich bereits 2007 den Verein mit viel Wehmut verließ. Die Weichen waren aber gut gestellt, es war mir wichtig, dass der Verein durch Streitereien keinen Schaden nimmt!
Nachdem ich übrigens einmal beim "eigenen Wettbewerb" teilnehmen wollte tat ich das im Jahr 2011 sehr erfolgreich, als ich beim Sonnenlauf den Viertelmarathon in meiner Altersklasse gewann!

Foto 32011 bei meinem Klassen-Sieg im Sonnenlauf-Viertelmarathon. Da wusste ich noch nicht, dass sich nur einen Monat später die Laufwelt für mich für immer verändert!

Foto 4: NYC-Marathon
Von der Einstufung her sah ich mich als engagierten Hobbyläufer. Und als solcher nahm ich mir lange Zeit um pro Woche drei bis viermal laufen zu gehen und mehrere Wettbewerbe zu bestreiten. War das Wochenmaximum früher bei 30KM, so steigerte sich der Umfang bis auf 45 KM pro Woche, zeitweise sogar einiges darüber. Hinzu kommt, es tut einfach gut vor oder nach einem arbeitsreichen Tag die Schuhe zu schnüren um deine Runden zu drehen. Egal bei welchem Wetter und zu welcher Tages- und Jahreszeit. Die Nachbarn halten mich sowieso für verrückt! Speziell die Marathons führten mich, alleine und mit Freunden von Wien, nach Berlin, Triest bis hin zum ewig unvergesslichen Highlight New York!

Foto 4: 2009 beim New York Marathon. Trotz dem, vom Startunfall lädierten linken Knie, in guter Form und gerade noch unter vier Stunden im Ziel!

"Vom patscherten Hund zum Marathonmann" hieß der Artikel nach dem NYC-Marathon in einer Regionalzeitung und zeigte anhand meiner Person was möglich ist! Ein "Spätzünder" und grottenschlechter Turner wird zum "Vorzeigeläufer". Und wenn dann viele Menschen zu mir sagen "Laufen ist nichts für mich!". Ja, dann eben nicht, es gibt ja noch so viele andere Möglichkeiten Sport zu betreiben. Aber, es ist (mindestens) einen Versuch wert. Tu es! Und vor allem - tu es für dich!
Foto 5: Magdalensberglauf

Gerade zu jener Zeit, als ich in meiner Heimatstadt den Sonnenlauf in meiner Klasse gewann und mich erstmals beim Magdalensberglauf der Berglaufszene zuwandte spielte mir das Schicksal im Jahr 2011 einen üblen Streich. Von einem Tag auf den anderen nahm Rheuma meinen Körper in Beschlag. Wochen und Monate mit üblen Schmerzen, ich war zeitweise bewegungsunfähig. Über das Thema habe ich u.a. hier geschrieben, will es daher nicht breittreten. Noch dazu weil ich den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit nach vielen Jahren gewonnen habe. Mit wenig Medikamenten, eisernem Willen und weil ich - trotz vieler krankheitsbedingter Pausen das Laufen nie aufgegeben habe!

Foto 5: 2011 beim unvergesslichen Magdalensberglauf. Das Ziel sehr Nahe und die Anstrengungen der vielen Höhenmeter bald hinter mir! Ein traumhaft schöner Tag
Muraunberg Waldlauf

Es hat sich allerdings verändert, denn Wettbewerbe gehören nicht mehr zu meinem Repertoire. Auch die Laufumfänge haben sich verändert, ich muss also nicht mehr 20-30 KM am Stück laufen, freu mich aber, dass meine Laufstrecken nie unter 10 KM liegen und ich zumeist +/- 30 Wochenkilometer schaffe. Ich empfinde es auch als angenehm nun zusätzlich auch mehr mit dem Rad oder gar mit den Nordic Walking Stecken unterwegs zu sein. Wandern war sowieso stets dabei!

Leider wird meine Gesundheit wieder auf eine harte Probe gestellt, Sport ist seit ein paar Monaten undenkbar und auch unmöglich. Warum habe ich im letzten Beitrag geschrieben - Corona! Die Krankheit alleine war erträglich, die Nachwirkungen sind es leider nicht. Mit Long-Covid sind unangenehme Symptome verbunden, die wohl noch eine Weile andauern werden. Wer die Geschichte bis hierher gelesen hat kann erahnen, dass ich sehr bald wieder die Laufschuhe schnüren werde! 

Sonntag, 28. Februar 2021

Corona und meine Hilflosigkeit

Zwei Situationen sind es, die mir derzeit zu schaffen machen:

Situation 1: Meine Frau unterstützt mich läuferisch oftmals so, dass sie mit mir zum besten Laufsporthändler Kärntens (Laufsport Münzer) fährt um mir jene Laufschuhe zu schenken, die ich vor Ort - und nach entsprechender Analyse - aussuche. So freute ich mich Weihnachten 2020 die neuen Brooks Ghost 13 zu finden. Das Dilemma, bis heute bin ich damit noch keinen einzigen Kilometer gelaufen!

Situation 2: Vor ein paar Tagen machte ich mit meiner Frau eine Radtour über 12,5 Kilometer. Zum einen, weil das schöne Wetter uns einlud unbedingt nach draußen zu gehen, aber auch, weil wir - nach überstandener Covid 19 Erkrankung - einen sportlichen Nachholbedarf haben. Wir haben bewusst eine flache Strecke ausgewählt, um Anstrengungen zu vermeiden. Nach etwas mehr als einer Stunde waren wir wieder zu Hause. War das bis vor einiger Zeit noch ein Tempo, welches ich in der Lage war laufend zu absolvieren, musste ich mich diesmal vor Erschöpfung hinlegen!

Warum erzähle ich das? Warum Erschöpfung? Was ist passiert?
Nun ja, ich erwähnte es schon in diesem Beitrag, aber auch in "Corona wirkt!", im Dezember des Vorjahres, dass meine Frau und ich an Corona erkrankten. Waren die Symptome bei meiner Frau kaum merkbar, so waren bei mir die Auswirkungen heftiger, indem sie sich mit Fieber, Übelkeit und starken Gelenkschmerzen bemerkbar machten. Nach der üblichen Quarantäne-Phase von zehn Tagen fühlte ich mich gut, ich war erleichtert, die Krankheit ohne Nachwirkungen überstanden zu haben. Welch ein Trugschluss!

Sehr bald stellte sich eine Antriebslosigkeit und Müdigkeit ein die ich bis dato nicht kannte. Noch dazu als einer, der als ambitionierter Läufer so 30 Kilometer und mehr die Woche unterwegs ist. Es ist seit nunmehr drei Monaten an der Tagesordnung, dass ich nach der geringsten Anstrengung, sofern mir diese überhaupt möglich ist, sofort müde und erschöpft bin. Einfache Arbeiten müssen in Etappen erledigt und die Dauer von Spaziergängen wohl überlegt werden. Zudem beängstigt mich ein unangenehm beklemmendes Gefühl in der Brust. Dass sich ein gewisses Maß an Frust einstellt ist wenig verwunderlich, zumal der "Bewegungsmensch" nun im Stillstand verharrt.
Ergebnis Long Covid Umfrage

Lange Zeit dachte ich, nachdem ich im Vorjahr mein Rheuma erfolgreich besiegt habe, das wird mir mit dem Virus wohl auch gelingen. Aber das ist eine ganz andere Nummer, mit vielen Unbekannten. Ich tappe im Dunkeln. Nach einigen Recherchen erfuhr ich, dass es sich dabei um "Long Covid" handelt, dass die Langzeitfolgen noch viel zu wenig bekannt sind und unterschätzt werden. Ich erfuhr also, dass ich ebenfalls davon betroffen bin wie viele andere auch, die sogar viel schlimmer leiden als ich. Weiters erfuhr ich von Selbsthilfegruppen, wie z.B. Long Covid Österreich auf Facebook, der ich seit einiger Zeit folge und mir hilfreiche Unterstützung bietet.

Was nun?
Werde ich jemals wieder meinen Laufsport ausüben können?
Werde ich jemals wieder ausgiebige Wanderungen oder Radtouren unternehmen können?
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht! Im Gegensatz zu meiner Rheumaerkrankung fehlt mir hier der Ansatz. Meine Lebenseinstellung und meine Erfahrungen als Dauerläufer mit Marathon-Erfahrung haben mir allerdings gezeigt, dass Aufgeben keine Option für mich ist. Sie haben mir in der Vergangenheit sehr oft geholfen schlechte Zeiten gut zu überstehen. Noch bin ich körperlich und gedanklich weit davon entfernt. Hinzu kommt, dass man mit heuer 72 Jahren mehr Zeit und Kraft benötigt den Körper wieder in die richtige Spur zu bringen. Warum also nicht auch diesmal?

Für Interessierte nachfolgend ein paar Links zu diesem Thema:
woman.at: "Von einem normalen Leben kann keine Rede sein“

Sonntag, 7. Februar 2021

Laufstrecken: St. Veit - Längsee und Schwag zurück

Nachdem ich mich nach meiner Corona-Erkrankung noch immer in einer Schwächephase befinde gibt es sportlich wenig zu berichten. Daher nutze ich die Gelegenheit wieder einmal eine Laufstrecke vorzustellen. Diesmal eine meiner Lieblingsstrecken; lang, schön und anspruchsvoll! Die Fotos die ich hier eingefügt habe datieren allerdings aus dem Jahr 2009, dafür aber zu einer ähnlichen Jahreszeit.

Der Unterschied zu damals? Ich bin älter und mache diese Tour nicht mehr so oft wie früher, sie ist aber gleichbleibend schön!

Ideal ist der Start vom St. Veiter Hallenbad aus, wo übrigens viele Laufstrecken beginnen. Meine naturgemäß vom 500m entfernten Wohnhaus. Richtung Süden kann man nun bis zum Obi entweder die Glan entlang oder neben dem Bahndamm laufen. Das ist Geschmacksache!

Von hier geht es weiter bis Untermühlbach, wo dann links abgebogen wird. An der Landstraße nach Podeblach sieht man rechts sehr bald die wuchtige Burg Hochosterwitz auftauchen.

Beim Schumi in Reipersdorf läuft man nun hinauf bis zum Stift St. Georgen, wo uns im nächsten Teilstück um den Längsee herum ein ständiges auf und ab erwartet.

Wir laufen also bis zur Außenstelle der Strafanstalt Rottenstein, dann den Hemma-Pilgerweg entlang nach Drasendorf, weiter bis nach Töplach und hinauf zum Golfplatz!

Danach folgt ein anstrengender Teil durch den Wald nach Dellach (wo sich übrigens ein Blick zurück lohnt), dann die recht steile Schwag hinauf um auf der anderen Seite hinunter mit Sicht auf die Burg Taggenbrunn Herauskommen.

Vor der Straße geht scharf rechts ein Weg in den Wald hin zum Wurzerhof nach Scheifling, wo wir wieder zur Straße kommen, diese hinunterrennen um nach der Überquerung der Schnellstraße nach links wieder in den Wald laufen. Der Taggenbrunner Straße entlang erreichen wir das Wayerfeld, wo wir locker auslaufen um bald wieder den Ausgangspunkt erreichen.

Die 21,8 Kilometer haben es in sich. Die Qualität der Strecke ist aber so hoch, dass sich die Anstrengung lohnt. Man vergisst sie sehr bald, wenn man sich der Natur hingibt, den Wald den See, die Stimmung und die Aussicht genießt.

Nachfolgend das Streckenprofil: